Die Kennzeichen von Bhakti oder Hingabe

Das Wahre Zeichen der Hingabe ist, ein solches Loblied des Herrn zu singen, wie es nicht die Konzentration der Seele beeinträchtigt. Das Singen von solch einem Lob erfrischt unsere Erinnerung an Ihn und hält den Strom der Hingabe in unseren Gemütern zu allen Zeiten am Leben.

Tanzen in ekstatischer Hingabe an den Herrn ist nicht Hingabe, da durch solches Tanzen die Aufmerksamkeit des Gemütes abgelenkt wird. Für Wahre Hingabe ist es notwendig, Bireh zu haben – Sehnsucht und Ruhelosigkeit, den Geliebten zu treffen.

Wenn man arrogant oder gierig in der Hingabe ist, ist diese Hingabe die niedrigste oder tamsik Form von Bhakti. Wenn einem die Idee des Eigenlobes oder Ruhmes in den Sinn kommt, ist die Hingabe als rajsik bhakti bekannt. Aber wenn alle Wünsche beseitigt werden, und wir unsere Hingabe als Teil unserer natürlichen und angeborenen Pflicht erbringen, wird sie satvik bhakti genannt.

Die wirkliche oder Wahre Hingabe ist jenseits dieser drei Gunas – Eigenschaften. Sie ist rein. Sie ist ohne Wunsch, ist ganz der Kontemplation des Herrn gewidmet, und wird sich durch eine Welle von Gefühlen aus Tränen gefüllten Augen offenbaren. Ein Ergebener einer solch reinen Art ist stets glücklich zu den Lotusfüßen des Herrn. Er hat keine Wünsche und kümmert sich nicht um weltliche Freuden, noch haben die Annehmlichkeiten des Himmels eine Anziehungskraft auf ihn. Selbst die Vorstellung der Erlösung kann seine Aufmerksamkeit nicht von den Lotosfüßen des Herrn abwenden.

Ich möchte weder ein Königreich, noch möchte ich die Erlösung. Ich möchte nur die Liebe für Deine Lotusfüße!

Adi Granth

Ein Ergebener dieser Art ist immer in der Erinnerung an den Herrn versunken. Ihm ist Gott sehr lieb, und er ist auch Gott sehr lieb. Aber seine Hingabe ist nicht blinder Glaube. Er ist sich der Gegenwart des Herrn voll bewusst.

Am Anfang beginnt die Hingabe damit, Loblieder des Herrn zu singen. Dann wird sie nach und nach umgewandelt, entweder vollständig oder in einem großen Ausmaß in reine Hingabe, die mit konzentriertem Gemüt und Körper erbracht wird.

In der Gita heißt es:

Reines Bhakti ist immer in der Lage, den Herrn zu finden.

Narad beschrieb diese Hingabe, indem er sagte, dass die Inneren Gefühle eines Menschen, welcher in seiner Hingabe erfolgreich ist, solcher Natur sind, dass er denkt, er sei ein Werkzeug und das Objekt seiner Hingabe sei der Benutzer des Werkzeuges. Er denkt, dass er selbst ein Wagen ist, und dass der Herr Derjenige ist, Der darin sitzt und ihn führt.

Was kann eine arme Puppe tun? Sie agiert entsprechend den Weisungen des Strippenziehers.

Adi Granth

Wenn die Hingabe vollständig im Herzen eingezogen ist, dann werden alle weltlichen Bindungen oder Verhaftungen automatisch abgeschnitten und weltliche Vergnügungen werden fade.

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Fußnote: