Der Pfad der Hingabe ist offen für alle

Gott ist Liebe. Er ist nicht an eine Kaste, einen Glauben oder eine Nationalität gebunden. Jeder, ob Mann oder Frau, ist berechtigt, den Pfad der Hingabe zu betreten. Dieser Pfad ist für alle offen. 

Die folgenden Zitate stammen aus dem Neunten Diskurs in der Gita:

Wenn ein Sünder, der wie auch immer tief gefallen ist, sich mir mit ungeteilter Hingabe zuwendet, muss in der Tat zu den Heiligen zählen; denn er hat eine beständige Entschlossenheit (nicht mehr zu sündigen). Die ungeteilte Hingabe bringt sowohl seine Leidenschaften als auch seine üblen Handlungen unter Kontrolle. 

Denn bald wird er rechtschaffen und gewinnt immerwährenden Frieden; wisset ihr mit Gewissheit, dass mein Bhakta (Ergebener) nie umkommt.

Um Zuflucht in mir zu finden, sollen selbst jene, welche in Sünde und niedriger Kaste geboren wurden, das Höchste Ziel erreichen.

Auf diese Weise besagt die Bhagwat, dass der Pfad der Hingabe für jedermann ist. Die Niedrigsten der Niedrigen können rein und sauber werden durch die Hingabe an Ihn. Die einzigen Voraussetzungen sind Vertrauen und ungeteilte Hingabe, welche die Macht haben, unsere Seele mit dem Herrn zu verbinden.

Einer, der keine Hingabe und kein Vertrauen hat, mag von einer sehr hohen Kaste oder sogar von einer königlichen Familie sein, dennoch ist er viel niedriger als ein Mensch einer armen Familie und niedrigen Kaste, der Hingabe und Vertrauen besitzt. 

Narad sagt:

Die Ergebenen des Herrn werden nicht durch ihre Geburt, ihr Wissen, ihr schönes Aussehen, ihren hohen Familienstand, ihren Reichtum oder gar durch religiöse Riten oder Rituale unterschieden, denn alle Wahren Ergebenen sind dem Herrn nahe und lieb. Sie sind sich Gottes bewusst, sowohl in ihnen als auch außerhalb von ihnen, und sie sind immer glückselig in Seiner Gemeinschaft.

Ein anderer Rishi sagt:

Mitglieder aller Kasten und Glaubensbekenntnisse, selbst wenn sie von einer sehr niedrigen Ordnung sind, sind berechtigt, den Pfad der Hingabe zu beschreiten. Derart sind die Lehren  edler Menschen.

Unter den alten orthodoxen Hindus wurde das Recht des spirituellen Wissens und Handelns nicht jedem gegeben. Lesen oder das Rezitieren der Veden wurde zum Beispiel den Mitgliedern der untersten Kaste verboten. 

Es gibt keine Einschränkungen, die irgendjemanden vom Pfad der Hingabe ausschließen.

Niemand wird dich nach deiner Kaste oder deinem Glaubensbekenntnis fragen. Wer sich dem Herrn widmet, ist mit dem Herrn.

Das einzige Ziel auf diesem Weg ist, die Gemeinschaft mit dem Herrn und die Erlösung zu erreichen. Ramanuj sagte in sehr emphatischer Sprache, dass die Verehrung des Herrn dasselbe Recht für jeden ist, und dass Hingabe das Gemüt von allen konfessionsgebundenen Verpflichtungen befreit.

Auch Ramanand sprach gegen Kaste und Glaubensbekenntnis, indem er sagte:

Niemand sollte einen Menschen nach seiner Kaste oder seinem Glaubensbekenntnis fragen, denn wer auch immer Ihn verehrt, ist mit Ihm.

Auch Chaitanya Dev predigte Hingabe ohne Berücksichtigung der Kaste oder des Glaubensbekenntnisses, und gab seine Lehren an alle, ob Mann oder Frau.

Wenn ein Mensch einer niederen Kaste den Herrn verehrt, wird er hoch. Gehe und frage Bidur, einen Menschen niederer Kaste, in dessen Hütte der Herr Selbst ging. Oh meine Brüder, lauscht dem ungeschriebenen Lied des Herrn, denn dadurch wird der Appetit von Gemüt und Körper verschwinden.

Ravi Das, ein armer Schuster, sang von der Glorie des Herrn. Indem Er das tat, wurde dieser gefallene Mensch edel, und alle Menschen höherer Kasten berührten Seine Füße.

Namdev war dem Herrn ergeben. Obwohl die Menschen Ihn einen Schneider nannten, erhoben Ihn Mitglieder der höchsten Kaste, da von Seinen Lippen der Name von Hari (Gott) in reiner Hingabe kam.

Von allen Ergebenen, selbst wenn sie das Tilak auf ihrer Stirn und die achtundsechzig Pilgerorte besucht haben, o Nanak, sind nur diejenigen glücklich, die durch Seine Gnade, in die Erinnerung an den Herrn vertieft sind.

Adi Granth

_______________

Fußnote: