Kapitel XVI

Reinheit

Alle Religionen legen Wert darauf, auf Sauberkeit zu achten. Unter den Hindus ist Reinheit oder Sauberkeit die letzte Regel des achtfachen Yogas (Ashtang Yoga) und einiger anderer Yogas. Bei der Vorbereitung auf den achtfachen Yoga wird der Körper auf verschiedene Weise gereinigt:

  1. Nasendusche (Neti Karam). Ein Stück dünnes Baumwollkord wird durch Eintauchen in etwas Fett weich gemacht. Ein Ende wird in ein Nasenloch eingeführt und dann durch das andere Nasenloch herausgeführt. Die beiden Enden werden dann nach oben und nach unten gezogen. Dabei wird der innere Nasenbereich gereinigt.

  2. Tuch-Magendusche (Dhoti Karam). Es wird eine Bandage aus feinem Tuch von 3 bis 5 Zoll Breite und 10 bis 20 Meter Länge verwendet. Sie wird mit Wasser benetzt. Ein Teil davon wird täglich geschluckt, bis das Ganze geschluckt werden kann. Das obere Ende wird von den Zähnen fest gehalten. Das Tuch wird dann langsam herausgenommen. Durch diesen Prozess wird der innere Teil des Magens gereinigt.

  3. Einlauf (Wasti Karam). Bei diesem Vorgang sitzt man bis zum Nabel im Wasser. Ein hohler Bambusstab, etwa einen Finger breit und vier Finger lang, wird durch den Anus nach oben geführt. Wasser wird durch den Stab hochgezogen und dann ausgestoßen. Der innere Teil unterhalb des Magens wird auf diese Weise gereinigt. In gewisser Weise ist es so, als würde man einen Einlauf vornehmen.

  4. Darmdusche (Neauli Karam). Bei diesem Vorgang sitzt man mit waagerechten Schultern und geradem Rücken. Der Magen wird eingezogen und der Darm wird von rechts nach links gewalkt. Die innere Luft wird ausgestoßen und das Innere wird gereinigt.

  5. Magen-Wasser-Dusche (Guj Karam). Dabei trinkt man so viel Wasser, wie man kann und erbricht es dann durch den Mund heraus. Dadurch wird das Innere sauber gewaschen.

  6. Geschlechtsorgandusche (Bajroli Kararn). Dabei wird Wasser durch den Penis gezogen und dann ausgestoßen. Das Innere wird so gereinigt.

Nach diesen Prozessen übt ein Yogi die Fixierung des Blicks (Taratak) aus. In dieser Praxis wird der Blick zunächst auf die Spitze der Nase fixiert und dann zu ihrer Wurzel zurückgezogen. Wenn diese Praxis perfektioniert ist, wird die Aufmerksamkeit auf die inneren Chakren (Ganglien) gelegt. Durch diese Übung wird göttliche Sehkraft erlangt. Die Gedanken anderer Personen können gelesen und die Grundlage für den Zugang zu feineren Regionen gelegt werden. Durch diese Praxis wird die Blockierung von Bhujang oder Kundalni Nari1 bis Sushumna Nari2 beseitigt. Die Zunge wird verlängert, bis sie die Augenbrauen berühren kann. Sie wird dann innen genommen und verwendet, um den Gaumen zu schließen oder zu verstopfen. Der Nektar, der vom Mond tropft, der auf der linken Seite der Region von Trikuti gesehen wird, wird dann genossen.

Gurus sagen nicht, dass die Ausführung dieser Handlungen zur Erlösung führt. Tatsächlich werden sie alle als nutzlos betrachtet, wenn man keine Hingabe an den Herrn praktiziert. Die Gurus sagen, dass selbst dann, wenn man alle sechs Praktiken bis zur Vollkommenheit ausübt, aber keine Hingabe an den Herrn hat, man wie ein Straßenkehrer ist. Ohne Meister wird kein Wissen erlangt. Der Anhänger dieser Praktiken ertrinkt noch immer in Unwissenheit. Trotz all dieser Reinigung wird der innere Makel nicht beseitigt. (Siehe Kapitel über Naam).

Ohne Naam sind diese Taten nicht mehr als die Heldentaten von Geheimniskrämern.

Wenn jemand sechs vorgeschriebene Handlungen ausführt, aber in ihm keine Hingabe an den Herrn ist,

Kein Lobpreis der Füße des Herrn oder das Rezitieren seiner barmherzigen Taten, ist ein solcher Mensch wie ein Straßenkehrer.

Ravi Das, Kedara, 1124

Jemand, der sich mit der Reinigung der Eingeweide (Neauli Karam) beschäftigt und wie ein Ofen arbeitet, indem er das Einatmen und das Zurückhalten des Atems praktiziert, erhält kein Wissen ohne einen Meister und ertrinkt in Unwissenheit. Der Blinde wäscht sich immer wieder, aber der innere Schmutz wird nicht entfernt. Ohne den Namen sind alle Handlungen fruchtlos. Wie die irreführenden Tricks eines Zauberkünstlers.

Prabhati M1, 1348-5

Unter den Muslimen sind Waschungen obligatorisch, bevor sie Gebete (Namaz) sprechen. Dadurch wird die Außenseite des Körpers gereinigt. Durch das Einhalten von Fastenzeiten wird das Innere des Körpers gereinigt. Sowohl Christen als auch Buddhisten achten sehr auf Sauberkeit. Unter den Sikhs legen die Nirmalas und Namdharis (puritanische Sekten der Sikhs) großen Wert auf häufiges Baden. Von den drei wichtigsten religiösen Praktiken (Naam, Nächstenliebe und Baden) ist das Baden oder die Reinlichkeit eine. Sie umfasst die Reinheit von Körper, Gemüt und Intellekt. (Siehe Kapitel über Naam, Nächstenliebe und Baden.)

Die älteren orthodoxen Damen betrachten das Baden an heiligen Orten als Reinlichkeit. Man sollte das heilige Zeichen (tilak) auf die Stirn setzen, Verehrung üben und nicht die Kleidung oder andere Habseligkeiten von Kehrern oder anderen, die niedrigen Kasten angehören, berühren. Wenn es einem passiert, dass man sie berührt, sollte man baden. Wenn es einem passiert, dass man Nahrung von einer Person niedriger Kasten nimmt, sollte man ebenfalls Buße tun. Dann allein wird man geläutert. Es kann jedoch nicht geleugnet werden, dass Bäder für Sauberkeit und Gesundheit notwendig sind.

Doch wie kann äußere Sauberkeit von irgendeiner Hilfe sein, wenn der innere Topf schmutzig ist? Man sollte die Wahrheit sprechen und ein wahrhaftiges Verhalten aufweisen, bevor man sagen kann, man sei rein. Stolz zu sein, ein Brahmane von Geburt an zu sein, ist nutzlos. Wer den Herrn kennt, der ist wirklich ein Brahmane. Wer die Wahrheit (Gott) kennt, ist wahrhaftig und rein. Der Schlüssel zum Erkennen der Wahrheit kann nur von einem Meister erhalten werden. Echte Reinheit kann man nicht haben, ohne einem Meister zu dienen.

Guru Arjan Sahib sagt: "Der allein ist ein König, der den Reichtum der Wahrheit sammelt."

Guru Nanak sagt:

Nanak hält den Wahren Einen für wahr.

Sri Rag M3, 1518

Die Wahrheit kann nur durch die Wahrheit erkannt werden, welche allein bei den Heiligen ist. Der allein ist reich, welcher den Wahren Schatz des Namens des Herrn sammelt.

Nanak sammelt die Wahre Reinheit, die bei den Heiligen ist.

Gauri M5, 250-16

Guru Nanak Sahib sagt, dass nur das Baden derer fruchtbar ist, welche die Wahrheit praktizieren. Nur das Baden derer, die die Wahrheit praktizieren, wird anerkannt.

Wadhans M1, 565

Die Reinigung kann nicht allein durch äußeres Baden erreicht werden. Sie kann nur durch das Baden im Inneren Nektarbecken (Amritsar, Mansarover oder Tribeni) erlangt werden. Dies ist nur möglich, wenn man innerhalb seines eigenen Körpers sucht. Im Inneren des Körpers befindet sich das Wahre Bassin des Nektars. Der Geist kann ihn mit Hingabe trinken.

Maru M3, 1946 - 5

Durch das Erreichen des Nektar-Beckens werden die drei Hüllen der Seele (grob, subtil und ätherisch) und die Knechtschaft der Gunas (Qualitäten), des Gemütes, der Maya und der fünf Elemente entfernt und die Seele wird rein.

Durch das Baden im Inneren Bassin des reinen Nektars wird das Gemüt gereinigt und in die Wahrheit absorbiert.

Asa M3, 363

Der Mensch ist voll der Gifte seiner Makel. Durch das Waschen des Körpers werden die inneren Gifte nicht entfernt.

Es wird berichtet, dass Guru Amar Das Ji in Seinen frühen Jahren ein reines und gut geregeltes Leben führte, wie es in den Schriften vorgeschrieben ist und jedes Jahr mit seinen Gefährten den Ganges besuchte. Nachdem Er Sich Guru Angad Ji ergeben hatte, kamen Seine Gefährten, als sie auf dem Weg zum Ganges waren, zu Ihm zu Besuch. Um ihnen die Wahre Reinheit verständlich zu machen, gab Er ihnen eine Schale aus bitterem Kürbis und bat sie, diese in den Ganges zu tauchen, wann immer sie baden würden. Als sie von der Pilgerreise zurückkehrten, trafen sie Guru Amar Das Ji und gaben die Schale zurück, wobei sie Ihm erzählten, sie hätten diese im Ganges gebadet, wie Er es erbeten hatte. Guru Sahib schnitt sie entzwei, goss Wasser hinein und gab ihnen dann das Wasser zum Trinken. Es schmeckte bitter. Guru Sahib fragte sie, warum ihre Bitterkeit nicht verflogen sei, obwohl sie in heiligem Wasser gebadet worden war.

Kabir Sahib fragt: „Was nützt es, den Körper zu reinigen, solange das Gemüt voller Gift ist?“ Eine Schale kann in den achtundsechzig heiligen Orten der Hindus gebadet werden, aber sie wird trotzdem nicht ihre Bitterkeit verlieren.

Was nützt es, das Gemüt zu reinigen, wenn Gift darin ist? Die Schale wurde in achtundsechzig heiligen Orten gebadet, aber ihre Bitterkeit wurde nicht entfernt.

Kabir, Sorath, 656

In gleicher Weise führt die bloße Reinigung des Körpers nicht zur Entfernung des Giftes aus dem inneren Körper.

Guru Nanak sagt, dass man durch das Waschen des Körpers nicht rein wird. Nur die sind rein, in deren Herzen der Herr wohnt. Nicht rein sind die, welche den äußeren Körper waschen.

Oh Nanak, nur diejenigen sind rein, in deren Herzen Er wohnt.

Asa War M1, 472

Guru Arjan sagt, dass man nicht rein werden kann, indem man an heiligen Orten badet, derweil das Ego noch im Herzen herrscht. Wie kann man rein werden, indem man an einem heiligen Ort badet, wenn das Gemüt voll von dem Gift des Egoismus ist?

Bharoen M5, 1149

Er sagt weiter, dass sich ein Mensch Tag und Nacht weiter reinigen kann, aber er wird den Schmutz des Gemüts nicht durch das Waschen des Körpers entfernen. Er mag sich große Mühe geben, den Körper zu reinigen, aber das Gift des Gemüts wird nicht entfernt. Er mag diesen unreinen Körper immer wieder mit Wasser waschen, aber wie kann das Gemüt rein werden?

Er reinigt den Körper Tag und Nacht, aber der Schmutz des Gemütes wird nicht entfernt. Durch Reinigen oder Waschen des Körpers in irgendeiner Weise wird das Gift des Gemütes nicht entfernt. Er wusch den Körper ständig mit Wasser. Wie kann dann das Gemüt rein werden?

Gauri M5, 265

Kabir Sahib sagt in demselben Sinne, dass jemand, der voll von dem Gift der Sinnesverhaftungen ist, keine Erlösung durch das Baden an heiligen Stätten erlangen kann. Wenn das Baden zur Errettung führen könnte, würde der Frosch, welcher ständig badet, nicht immer wieder geboren werden. Wenn jemand mit innerer Unreinheit in heiligen Stätten badet, kommt er nicht in den Himmel.

Nichts kommt dabei heraus, wenn man versucht, den weltlichen Leuten zu gefallen. Denn der Herr ist nicht unwissend. Bete den einen Herrgott an. Übe den Wahren Namen und diene dem Meister. Würde man die Errettung durch Baden erlangen, dann würde der Frosch, welcher ständig badet, nicht immer wieder geboren werden.

Kabir, Asa, 484

Guru Nanak Sahib sagt, wenn das Herz voller Unwahrheit und Verhaftung ist, was ist dann der Nutzen des Badens?

Wenn das Gemüt voll des Giftes von Habgier und Lüge ist, was ist (dann) der Nutzen des Badens? Wenn der Ergebene ständig den reinen Namen wiederholt, dann wird nur das innere Gemüt gereinigt.

Sorath M1, 593

Wenn Hände, Füße und der Körper beschmiert sind, werden sie mit Wasser sauber gewaschen; wenn die Kleider unrein und verschmutzt werden, werden sie mit Seife gereinigt; wenn jemandes Gemüt durch Sünde verunreinigt wird, kann es nur durch die Gemeinschaft mit dem Wort gereinigt werden.

Jap Ji, Stanza 20

Gurus sagen, dass äußere Sauberkeit oder Unberührbarkeit falsche Sauberkeit sind. Wenn das Innere unrein ist, kann durch das Waschen des Äußeren nichts Gutes erreicht werden. Die Unreinheit bezieht sich wirklich auf das Gemüt. Durch das Erzählen einer Lüge werden sowohl die Zunge als auch der Körper unrein, und Unwahrheit fließt aus dem Mund. Wie kann dieser Mensch dann rein sein? Jemand, der sich bösem Denken, Grausamkeit, Verleumdung, Wollust, Ärger, Furcht, Verhaftung, Stolz oder schlechter Gesellschaft hingibt, wird erniedrigt. (Siehe Kapitel über das Böse). Um wirkliche Reinheit zu erlangen, sollte man diese Dinge vermeiden. Es ist von Vorteil, sich von schlechter Gesellschaft fernzuhalten. Was nützt es, in solcher Gesellschaft zu verbleiben und bei bösen Menschen zu sitzen?

Wenn das Gemüt unrein ist, ist der Körper ebenfalls unrein, und so ist die Zunge. Wer falsch ist mit dem Mund, spricht Unwahrheit, und wie kann er rein sein?

Sri Rag M1, 55

Böse Absichten sind Trommlerinnen, Herzlosigkeit ist eine Metzgerin, Verleumdung ist eine Unberührbare. Was ist der Nutzen, einen Kreis um dich selbst zu ziehen, wenn all diese in dir sind? 3

Sri Rag War M1, 91

Bis all diese Dinge aufhören, in unser Gemüt einzutreten, kann das Herz nicht rein werden. Nur wenn wir eine solche Reinheit erlangen sind wir imstande, die Wahrheit zu erreichen. O Nanak, nur die Wahren und die Reinen kennen die Wahrheit.

Sri Rag M1, 15

Guru Nanak Sahib sagt, dass man über die Wahrheit nachdenken sollte, aber nur wenn man rein ist, kann man die Wahrheit haben. O Nanak, die Wahrheit sollte betrachtet werden, aber nur der Wahre kann die Wahrheit finden.

Asa War M1, 472

Durch bloßes Lesen der Schriften oder durch Diskussionen darüber kann man nicht rein werden. Wahre Reinheit kann nur durch Liebe und Hingabe für den Herrn erreicht werden. Man erhält keine Erlösung durch bloße Diskussion oder Vortrag oder durch das Lesen vieler Bücher. Der Körper wird nur rein, wenn es Liebe und Hingabe für den Herrn gibt.

Sri Rag M1, 59-4

In Wirklichkeit sind Personen mit niedriger Denkweise eher Unberührbare als Straßenkehrer, Schuster, Musikanten und Barden. Der wirklich Suchende sollte daher Rituale aufgeben und die innere Reinigung nach den Anweisungen eines Meisters vornehmen und so den Herrn erkennen. Er sollte alle Gedanken außer denen des Herrn austreiben, damit der Herr sich offenbaren kann. 

Tulsi Sahib sagt, dass man die Zelle des Herzens reinigen sollte, damit der Herr in sie eintreten kann. Er sollte die Gedanken an alle anderen aus dem Herzen ausschließen, damit der Herr darin wohnen kann.

Reinige die Zelle des Herzens für den Geliebten, verbanne alle Gedanken an andere, um Platz für Ihn zu schaffen. Gurus beschreiben den reinen Körper als einen, in dem der Wahre Name des Herrn wohnt. Wahre Reinheit wird durch die Innere Praxis des Shabd erreicht. Das Herz ist rein, in dem Hingabe für den unsterblichen Herrn und Meister vorhanden ist. Der Körper ist rein, in dem der Wahre Name wohnt; derjenige ist wahr, der den Herrn fürchtet; und die Zunge ist wahr, die Sein Lob singt.

Sri Rag M1, 19

Wirkliche Sauberkeit wird durch das Glück erreicht, im Shabd aufzugehen, oder dadurch, dass der Herr kommt, um im Inneren zu wohnen. Wenn man sich mit dem Shabd vereinigt, wird man von rechtem Verhalten besessen und erhält Ruhm am Wahren Hof; man geht im Juwel des Namens auf; das gilt von Zeitalter zu Zeitalter.

Prabhati M1, 1332

Wer ein sehr gutes Schicksal hat, o Nanak, wiederholt den Wahren und Reinen Namen.

Asa M3, 377

Es ist notwendig, sowohl innen als auch außen sauber zu sein. Hab einen sauberen Körper, sprich gute Worte. Aber solange im Innern keine reinen Gedanken aufkommen, kann nichts Reines herauskommen. Es ist daher sehr notwendig, dass die Gedanken rein sind. Aus der Fülle seines Herzens spricht ein Mensch. Seid also rein von Herzen und Zunge. Äußere Sauberkeit ist der Beginn der Inneren Reinheit. Wenn der Körper nicht sauber ist, kann das Gemüt nicht rein sein. Wenn das Herz nicht sauber ist, wie kann dann die Seele sauber sein? Der Körper kann sauber gehalten werden durch Baden und das Anziehen sauberer Kleidung. Sauberkeit kommt gleich nach der Gottesfurcht. Äußere keine unfreundlichen oder schädlichen Worte. Verwende Worte, die für alle süß klingen. Die Sauberkeit des Herzens besteht darin, keine bösen Gedanken zu hegen. Vereinige dich mit dem Namen und befreie dich so von allen unreinen Gedanken und erreiche Sauberkeit oder Reinheit der Seele.

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Fußnote: 

1) Die Kundalini ist die Schlangenkraft am unteren Ende der Wirbelsäule. Kirpal Singh schrieb über diese Macht und die Yoga-Praktiken:

„[…] Der Pfad der Yogis […] befasst sich mit der Meditation auf diese sechs Zentren, beginnend am untersten und allmählich aufsteigend von einem zum nächst höheren darüber mittels Pratyahara und Dharna, wie bereits erklärt. Bei diesem Vorgang ruft man sich auch durch Hatha Yoga die Kundalini Shakti oder die große Schlangenkraft, die schlummernd und wie eine Schlange in 3½ Windungen zusammengerollt im Vagus-Nerv liegt, zur Hilfe. Diese latente Energie oder Kraft wird mit Hilfe von Pranayam erweckt.

Ein Yogi versucht alle Lebensenergien im Körper am Zentrum des Nabel-Plexus zu sammeln, und bei diesem Vorgang erwacht auch die latente Kraft. Von Ajna aus ergreift er den Anahat-Ton und erreicht Sahasrar, den höchsten Himmel der Yogis. Es ist ein sehr langer, mühsamer und schwieriger Pfad.

An jedem der Zentren hat man jahrelang schwer zu arbeiten, bevor man es erfolgreich unter Kontrolle bringen und es durchdringen kann und zum nächst höheren Zentrum aufsteigen kann. Man kann sich diese verworrene Disziplin nicht angewöhnen ohne einen starken und robusten Körperbau, der imstande ist, einer anhaltenden und mühsamen Anstrengung für eine lange Zeit standzuhalten. […]“

Die Krone des Lebens, Kapitel Zwei, 2. VI.,
Dharna als eine Form des Yoga (Mansik Yoga),
Von Kirpal Singh (1894-1974)

2) „[...] Sushmana oder Sukhmana – der zentrale Nadi zwischen dem Ida und Pingala läuft durch die Wirbelsäule von Ende zu Ende, vo Guda Chakra zur großen Öffnung – Brahmarendra, hinter und zwischen den Augenbrauen. [...]“

Die Krone des Lebens, Teil Eins, Kapitel Zwei, 2., VI.,
Dharna als eine Form des Yoga (Mansik Yoga)
Von Kirpal Singh (1894-1974)

3) Es ist zum Beispiel im Okkultismus bzw. in der Magie und auch im heutigen Wicca-Kult üblich, vor dem Beginn von Ritualen einen sogenannten magischen Kreis oder Schutzkreis um sich zu ziehen, der unter anderem störende bzw. negative Einflüsse und Kräfte daran hindern soll, in den vom Kreis umschlossenen Bereich einzudringen.

Diese Idee findet sich in ähnlicher Form in der sogenannten Esoterik als Schutzkreis oder mental vorgestelltes „Schutzei“ mit dem ebenfalls negative Einflüsse und Kräfte ferngehalten werden sollen.