Kapitel XVII

Puja – Gottesdienst

Das Wort puja kommt aus der Sanskritwurzel puj, was bedeutet, einem höheren und erhabeneren Wesen zu dienen oder es anzupreisen, um daraus Spirituellen Nutzen zu ziehen.

Heutzutage findet man, wo immer man hinsieht, nur äußere Anbetung. Hindus, Muslime, Christen und Sikhs und jene, die anderen Religionen angehören, alle sind mit äußerem Gottesdienst beschäftigt. Kirchen, Gurdwaras (Sikh Tempel), Moscheen und Mandirs (Hindu Tempel) sind alles religiöse Orte. In gleicher Weise verdienen es alle religiösen Bücher geehrt zu werden. Aber die Menschen erachten das Verneigen ihrer Köpfe und Anbieten von Blumen vor ihnen als Verehrung. Die Sikh-Sants haben ausführlich über diese Art von Anbetung geschrieben.

Guru Ram Das Ji sagt, dass unwissende Menschen, deren Innere Vision nicht erwacht ist, in Unwissenheit schwelgen. Sie verehren leblose Idole und Gräber, indem sie Blumen auf sie legen. Aber all ihre Bemühungen sind von keinem wirklichen Spirituellen Wert.

Vom Aberglauben irregeführt, bringen die unwissenden Blinden Blumengaben an leblosen Steinen und Gräbern dar und vergeuden ihr ganzes Leben.

Malar M4, 1264

Kabir Sahib billigt ebenfalls nicht die Verehrung lebloser Götzen und glaubt nicht, dass dies zur Erlösung führt. Dies ist auch die Ansicht von Guru Nanak Sahib.

Die Hindus sterben, während sie ihre Götzen verehren; Die Muslime sterben, während sie sich vor Ihm beugen; Sie brennen, während sie die Toten begraben, keiner von ihnen kennt die Wirklichkeit.

Kabir, Sorath, 654

Die, welche hingehen und Götter und Göttinnen verehren, kennen den transzendentalen Einen nicht; O Kabir, sie sehen keine Wahrheit und nehmen Gift stattdessen.

Kabir, Gauri, 332

Die verblendeten Unwissenden beten Steine an; Das, was selbst versinken wird, wie kann es dich erretten?

Es ist seltsam, dass derjenige, der in der natürlichen Moschee (dem Körper) lebt, welche vom Herrn mit Seinen eigenen Händen erbaut wurde, sich in menschengemachten Moscheen Härten unterziehen soll.

Tulsi Sahib sagt: Es ist bedauerlich, dass der Besitzer der echten Moschee die von Menschen erbauten Moscheen und Tempel besuchen soll.

Maulana Rumi sagt:

Narren beten in den Moscheen; Die Erleuchteten versuchen, sich selbst zu reinigen; O Toren, das ist von Menschenhand gemacht, dies ist von Gott gemacht. Es gibt keine Moschee außer der im Inneren der Sants. Das Herz des Sants ist die Moschee, alle sollen den Herrn dort anbeten.

Die unwissenden Menschen respektieren die aus Steinen und Ziegeln gebaute Moschee, versuchen aber, den Sants, in Welchen der Herr offenbart ist, zu schaden. Der Gottesdienst in der Moschee besteht aus rein äußerlichen Bräuchen. Die Wirklichkeit ist jene Moschee, die sich im Inneren der Sants befindet. Sie ist ein Wahrer Ort der Anbetung, weil der Herr dort offenbart ist. Alle fünf Elemente finden sich im Menschen, vier in Tieren, drei in Vögeln, zwei in Insekten und eines in Gemüse. Der Mensch sollte die niederen Wesen nicht verehren. (Siehe Kapitel über Dharma.)

Viele Menschen verehren Steine oder Götzen. Was ist Götzendienst? Wann hat er angefangen? Was ist echte Götzenverehrung, und was ist ihr Zweck? Diese Fragen werden in einem separaten Kapitel über Götzenverehrung diskutiert. Die Menschen erlangen keinen Frieden oder erkennen nicht den Herrn durch das Einhalten externer Rituale wie Pilgerfahrten, Sauberkeit, Selbstbeherrschung, brennende Räucherstäbchen, Wiederholungen, selbstauferlegte Entbehrungen, Aufbringen von Markierungen auf der Stirn, Baden oder das Lesen der heiligen Schriften.

Guru Arjan Sahib sagt, dass man nicht in der Farbe des Wahren Herrn gefärbt wird, indem man einfach die sechs Handlungen (Khat Karam) ausführt, nämlich Üben, Sauberkeit und Selbstbeherrschung, Baden und so weiter. Solch ein Mensch erlangt niemals Erlösung.

Wenn jemand die sechs Taten und Verehrungen nach dem Baden ausführt, sofern er nicht in Liebe zum Transzendentalen Einen gefärbt ist, geht er in die Hölle.

Sri Rag M1, 70

Besuch von heiligen Orten, Fasten, Sauberkeit, Selbstdisziplin, Akte der Frömmigkeit haben keine Bedeutung. O Nanak, nur durch Hingabe erhält man Befreiung; Alles andere führt zur Dualität.

Sri Rag M1, 75

Indem man die sechs Handlungen durchführt, durch Anbetung, indem man Markierungen auf die Stirn aufbringt, heilige Stätten besucht oder an heiligen Orten badet, durch das Spülen der Eingeweide oder durch das Ausführen der vierundachtzig Körperhaltungen erhält man keinen Gemütsfrieden.

Majh M5, 98

Die wirkliche und nutzbringende Anbetung ist die Innere Anbetung, die nicht mit Händen und Füßen oder mit dem Mund, sondern mit dem Geist und Herzen vollzogen wird. Die Innere Anbetung wird durch den Geist ausgeführt. Ein solcher Anbeter sieht den Einen und keinen anderen.

Basant M3, 1173

Ich ging in den Tempel, um den Herrn anzubeten, aber der Meister teilte mir mit, dass Er innerhalb des Geistes ist.

Ramanand Ji, 1195

Wenn einer die Lotusfüße auch nur für einen Augenblick in seinem Herzen wertschätzt, indem er sich an den Herrn erinnert, werden all seine Wünsche erfüllt.

Prabhati M5, 1349-2

Diese Anbetung ist fruchtbar, die zu Liebe für den Herrn führt. Jene Wiederholung, jene selbstauferlegten Entbehrungen, jenes Fasten und jene Verehrung sind fruchtbar, welche die Liebe zum Herrn fördern. Außer der Liebe des Herrn ist alle andere Bindung falsch und wird in einem Augenblick vergessen.

Berari M4, 720-12

Die wirkliche Anbetung wird mit Innerer Liebe und durch das Darbringen des Dienstes von Körper und Geist ausgeübt.

Das Besuchen heiliger Orte, Fasten, Sauberkeit, Selbstdisziplin, Akte der Frömmigkeit haben keine Bedeutung. O Nanak, nur durch Hingabe erhält man Befreiung, alles andere führt zur Dualität.

Sri Rag M1, 75

O Mutter, was soll ich dem Herrn anbieten? Ich finde keine schöne Blume oder irgendeine andere Sache, die Seiner würdig ist; Weder Weihrauch, Lichter, Süßigkeiten noch Düfte; Wie kann Dein Knecht Dich anbeten? Indem wir Körper und Gemüt darbringen, erreichen wir den Herrn durch die Gnade des Meisters. Es gibt keine andere Art der Anbetung. O Ravi Das, was wird dein Schicksal sein?

Ravi Das, Gujri, 525-16

Wenn der Ergebene voranschreitet, sieht er den Herrn in Seiner vollen Herrlichkeit. Er sieht, dass Blumen und andere schöne Dinge bereits vorhanden sind, und es gibt keine Notwendigkeit, sie darzubringen. Selbst der Körper, das Gemüt und unser Reichtum sind nicht mehr die unseren. Wie können wir dann etwas darbringen?

Ich sehe keinen gleichen. Die eine Sonne durchdringt alles, wie kann ich dann einen anderen anbeten?

Prabhati M1, 1345

Guru Arjan Sahib sagt, dass nur der Herr verehrt werden sollte. Diejenigen, die andere anbeten, töten ihre Seele.

Vom König bis zu den Insekten und von den Insekten bis zum König der Götter, alle füllen ihre Bäuche, indem sie anderen Schmerzen zufügen. Sie verlassen den Herrn und verehren andere und töten so ihre Seelen.

Malar M5, 1267

Der Herr ist die Grundsubstanz oder die Essenz aller Formen und des Formlosen. Wie können wir Ihn anbeten? Der Herr als der Shabd oder Name durchdringt das ganze Universum. Name und Shabd sind der Herr, und Diese zu verehren ist Ihn zu verehren. (Siehe Kapitel über Name und Shabd.) Die Sants lehren, dass die Wahre Anbetung in der Erinnerung und Wiederholung des Namens des Herrn besteht. Dies ist für den Herrn annehmbar. Die meisten Menschen tun dies nicht und folgen einem falschen Pfad.

Um anzubeten, kontempliere über den Namen; Ohne den Namen gibt es keine Anbetung.

Gujri M1, 479

Die Wahren Menschen haben sich durch den Shabd mit dem reinen Herrn vereinigt. Es gibt keine Anbetung ohne den Namen. Ohne den Namen werden die Menschen durch Zweifel irregeführt.

Ramkali M3, 900-9

Der Name sollte in allen Herzen verehrt werden. Der Mensch ist mit dem Seil der Verhaftung und der Maya gebunden. Dies kann nur von einem Meister zerschnitten werden, und Er allein kann den Menschen dazu bringen, den Namen anzubeten.

Er zerschnitt das Seil und machte mich zu Seinem Sklaven und ließ mich den Sants dienen. Ich wurde ein Verehrer des einen Namens. Der Meister zeigte mir wunderschöne Visionen.

Gauri M5, 209

Aber nur ein aufrichtiger Ergebener kann den Namen anbeten. Einer betet, weiß aber nicht den Weg. Zweitens ist sein Gemüt befleckt. Nur ein Gurumukh kennt die Wahre Anbetung, und der Wille (des Meisters) wohnt in Seinem Gemüt.

Ramkali M3, 910

Der stolze Mensch kann diese Anbetung nicht vollbringen. Jeder führt Anbetung durch, aber der stolze Mensch findet die Wirklichkeit nicht.

Ramkali M1, 910-7

Diese wirkliche Erkenntnis und Kontemplation oder der Reichtum der Anbetung des Namens kann nur von einem Meister erhalten werden.

O Nanak, gib Tugend, Anbetung, Wissen und Kontemplation auf; Der, zu dem der Meister gütig ist, begegnet dem Barmherzigen Herrn.

Gauri M5, 187-3

Der Guru und der Herr sind Eins; O Pipa! Om ist die Quintessenz der Wirklichkeit; Der Meister kann es dir offenbaren.

Pipa, Dhanasri, 695-15

Ich durchsuchte den Ozean des Körpers, und entdeckte eine wunderbare Sache. O Nanak, der Meister ist der Herr, und der Herr ist der Meister, und es gibt keinen Unterschied zwischen den Beiden.

Asa M4, 442-28

Bis ein Mensch in höhere und feinere Regionen aufsteigt, wo er selbst den Herrn anbeten kann, geziemt es sich für ihn, seine Verkörperung, den Meister, zu verehren. Die Essenz des Meisters ist Naam oder Shabd. Ein Schüler sollte daher, während er mit seinen äußeren Augen über die menschliche Gestalt des Meisters kontempliert, innerlich voranschreiten und die Leuchtende Form des Meisters im Inneren sehen. Wenn das Herz des Ergebenen auf das Herz des Meisters trifft, dann wird die Melodie des Shabd gehört. Hingabe an den Meister ist ein Schritt, zur Spirituellen Beziehung führt. Die Anbetung des Meisters ist die Anbetung des Herrn. Gurus legen großen Wert darauf. Man sollte sowohl den Herrn als auch den Meister anbeten, um Erlösung zu erlangen.

Bete den Herrn und den Meister an mit Liebe in deinem Gemüt und Herzen; Der Meister ist der Geber der Glückseligkeit und die Hauptstütze aller.

Sri Rag M5, 52

Der Name des Herrn kann von allen wiederholt werden, ob Kshatriyas, Brahmins, Sudras oder Vaishyas. Der Ergebene verehrt den Meister als den transzendenten Herrn und erinnert sich immer an Ihn – Tag und Nacht.

Belawal M4, 800

Guru Ram Das geht soweit zu sagen, dass derjenige, der den Guru anbetet, dem Herrn lieb ist.

Wer den Meister anbetet und Ihm dient, ist meinem Herrn lieb; der Meister ist der Diener des Herrn. Er bringt einen durch Seine Gnade über den Ozean (den Ozean der Welt).

In den Slokas 5 bis 8 von Kapitel 12 der Gita, sagt Sri Krishna Bhagwan als der Meister Seinem Schüler Arjuna:

Die Menschen haben große Schwierigkeiten, über das Unmanifestierte zu kontemplieren, und dies kann nur unter mit großer Schwierigkeit geschehen. Darum denkst du (O Arjuna) an mich (die Gestalt des Gurus). Beruhige das Gemüt und dadurch wirst du sicherlich in mir wohnen. (Siehe Kapitel über Hingabe.) Die Anbetung des Herrn besteht aus der Verehrung des Meisters. Der Meister lehrt die Methode der Verehrung des Namens. Eines Tages wird der Schüler den Herrn im ganzen Universum sehen, und der Herr wird sich in ihm offenbaren. Der Meister von Nanak ist überall offenbart.

Asa M5, 397

Solch eine seltene Form der Anbetung kann es nur geben, wenn der Herr Selbst es wünscht. Der Mensch kann dann den Meister erreichen, Welcher die Verehrung des Namens mit ihm teilt. Es ist nur durch großes Glück möglich, dass die Verehrung der Heiligen Füße des Meisters stattfinden kann. Es ist sehr gutem Schicksal zu verdanken, dass jemand die Füße des Meisters verehrt; Er gibt alles auf und nimmt Zuflucht beim Herrn.

Asa M5, 395-19

Maulana Rumi sagt:

Die Anbetung der Frommen besteht darin, niederzuknien und sich niederzuwerfen. Die Liebenden des Herrn geben ihr körperliches Bewusstsein auf. Fünfmal am Tag kommt den Frommen der Gedanke an die Anbetung. Aber die Liebenden bleiben immer in Gemeinschaft mit dem Herrn.

Die Verehrer, welche die äußere Anbetung verrichten, sprechen Gebete, aber die Liebenden des Herrn verlassen den Körper und sprechen dann Gebete, indem sie nach Innen gehen. Die Verehrer sprechen fünfmal am Tag zu festen Zeiten Gebete, aber die Liebenden hören auf die Innere Stimme jeden Augenblick.

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Fußnote: