Instabilität des Universums

Dieses Universum ist instabil und vergänglich. Es verändert sich fortwährend. Es wird nicht morgen so sein, wie es heute ist. Es gibt keine Stabilität in dieser Welt. Sie ist das Land des Todes, und wie ein Haus aus Sand kann sie jederzeit zerstört werden.

Die Welt ist von Toten bevölkert; sie ist wie eine Sandburg. Ihre Zerstörung, wie die eines Stück Papiers in einem Regensturm, kann vollzogen werden in einem Augenblick.

Belawal M5, 808-5

Wisse, dass diese Welt falsch ist, o Freund; o Nanak, sie ist instabil wie eine Mauer aus Sand.

Salok M9, 1428-16

Alles, was auf dieser Welt gesehen wird, ist wie eine Wolke. Es ist nicht stabil. Was geschaffen wurde, wird sicherlich eines Tages zugrunde gehen.

Wer geboren wird, wird sterben; wenn nicht heute, dann morgen.

Salok M9, 1429-1

Diese Schöpfung wird – wie eine Blase im Wasser – immer wieder erschaffen und zerstört.

So wie eine Blase erscheint und verschwindet; O Nanak! Die geschaffene Welt verhält sich genauso.

Salok M9, 1427

Das Universum ist wie ein Traum. Es ist aus Traumstoff gemacht. Menschen kommen zusammen und werden getrennt nach dem Gesetz der Verbindung und Trennung.

Die Welt ist wie ein Traum; das Stück ist vorbei in einem Augenblick; Menschen kommen zufällig zusammen und gehen in Trennung fort.

Sri Rag M1, 18-8

Was immer hier zu sehen ist, wird eines Tages untergehen. Jedes Objekt im Universum ist kurzlebig. Könige, Untertanen, Häuser, Paläste, diejenigen, welche in ihnen wohnen, alle Objekte des Universums, Gold und Silber und ihre Träger, dieser Körper, Kleidung, Männer und Frauen, sind alle vergänglich. Die Menschen haben den Herrn wegen dieser Verstrickungen vergessen. Niemand hat es wirklich verdient, hier geliebt zu werden. Viele sind gegangen, einige gehen und der Rest ist bereit zu gehen.

Könige und Adlige bleiben nicht, noch tun es Reiche oder Arme; jeder kommt an die Reihe; es gibt keine Hilfe für irgendjemanden.

Ramkali M1, 936

O, was gibt es zu lieben? Sieh mit offenen Augen. Einer ist fort und ein anderer ist im Begriff zu gehen. Jeder geht, wenn er an der Reihe ist.

Belawal M5, 808

Dennoch bleibt man in dieses Universum vertieft. Unser Vermögen, unsere Frau, unsere Reichtümer und unsere Häuser sind nicht unser, und nichts wird uns begleiten, wenn wir gehen. Warum ist man dann so verliebt in sie?

Auf was bist du stolz? Diese Welt ist wie ein Traum; Nichts gehört dir, wie Nanak sehr deutlich sagt.

Salok M1, 1428-8

Der Körper, welcher bei der Geburt mit uns kommt, bleibt ebenfalls hier und begleitet uns nicht, wenn wir gehen.

Wach auf, o Gemüt, erwache von deinem tiefen Schlaf; der Körper, welcher bei der Geburt mit dir kommt, dieser begleitet dich ebenfalls nicht.

Telang M9, 726-18

Wie können dann diejenigen, die mit diesem Körper verbunden sind, und wie können unsere anderen Besitztümer uns begleiten?

Weder Wohlstand, Frau, Reichtum, Haus noch irgendetwas anderes werden uns begleiten.

Wisse dies mit Sicherheit.

Basant M9, 1187-1

Vermögen, Ehefrau und die Besitztümer, die du als die deinen betrachtest; O Nanak, nichts davon wird dich begleiten.

Glaube (daran), dass es wahr ist.

Salok M9, 1426

Denke einen Moment darüber nach, wie es deinen Gefährten ergangen ist. Alle kommen oder gehen. Wo sind deine Mutter, dein Vater, dein Großvater, dein Urgroßvater?

O Farid! Wo sind dein Vater und deine Mutter, von denen du geboren wurdest? Sie sind vor dir gestorben, aber du glaubst (es) immer noch nicht.

Farid, Salok, 1381-15

Jeder in diesem Universum muss es seinerseits verlassen.

Der Tod ist sicher; niemand kann ewig leben. Man wird gewisslich gehen: Warum sollte sich Sahjo für ihr kurzes Eheleben die Haare zurechtmachen lassen?

Sahjo Bai

Wohin sind Rama und Krishna, die Inkarnationen, die großen Propheten und Heiligen, Bhim, Arjun, Rustum und Sohrab, die Krieger, gegangen? Dieses Universum ist wie ein langgezogener Traum.

Ram ist fort; und Ravana, der eine große Familie hatte, ist ebenfalls gegangen. O Nanak, nichts ist von Dauer in dieser Welt des Traumes.

Salok M9, 1428

Welches Vertrauen kann in dieses Leben gesetzt werden?

Wie könnt ihr euch auf dieses Leben verlassen? Der Mensch ist wie eine Wasserblase.

Telang M9, 726-15

Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute bringt uns dem Ende des Körpers näher.

Unser Leben verstreicht jeden Moment; wie Wasser, das aus einem kaputten Krug tropft.

Telang M9, 726

Wenn wir eine Leiche zum Einäscherungsplatz begleiten, rufen wir ,Ram Naam ist wahrʽ, aber in unseren Herzen glauben wir an die Ewigkeit der Welt und zweifeln am Tod.

Es wird im Mahabharat erzählt, dass als Yakasha Yudhistra fragte, was der erstaunlichste Anblick sei, er sagte:

Wir sehen jeden Tag Menschen sterben, aber wir leben in der Hoffnung, dass wir für immer leben werden. Was kann erstaunlicher sein!

Mahabharat

Wenn nichts stabil ist und alles, was auch immer geschehen soll, geschehen wird, warum sollten wir uns dann Sorgen machen?

Man sollte sich nur um eine Sache kümmern, die verhindert werden kann. O Nanak, auf dem Weg dieser Welt ist nichts stabil.

Salok M9, 1428-18

Dieser Körper und dieses Universum sind sowohl falsch als auch unwirklich. Nur Gott und das Teil von Gott, welches sich im Körper befindet, sind wahr.

Heilige Menschen beurteilen diesen Körper als Illusion; nur der Herr, Der in ihm wohnt, ist wirklich.

Basant M9, 1186-8

Wisse, dass diese Welt ein Traum oder ein Theaterstück ist; O Nanak, nichts ist wirklich in ihr außer dem Herrn.

Salok M9, 1427-9

In diesem vergänglichen Körper und Universum ist das einzig Wirkliche der Herr Selbst und Sein Partikel, die Seele.

O Kabir, die Seele ist ein Partikel von Rama (dem Herrn); wie beim Schreiben mit unauslöschbarer Tinte kann sie nicht (aus)gelöscht werden.

Kabir, Gori, 871-10

Erkenne und singe das Lob des Herrn und sei in Ihn vertieft. Weltliche Bindungen sind zwecklos. Wende dich von ihnen ab und liebe den Herrn. Übergib jeden unbezahlbaren Atemzug, der nicht für irgendeinen Geldbetrag erkauft werden kann, dem Meister und dem Herrn.

O Kabir, schlafe nicht. Wache auf! Jeder Atemzug ist ein Juwel, zähle und übergib ihn dem Herrn. Ich sage  und sage es mit dem Schlag von Trommeln, dein Atem wird verschwendet, obwohl er wertvoller ist als die drei Welten.

Kabir

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Fußnote: