Stufen in der Entwicklung des Gebets

Nach einiger Zeit beginnt der Ergebene mehr Glück und Frieden in seinem Inneren Spirituellen Fortschritt zu empfinden als in seinen körperlichen Bequemlichkeiten. Das folgende Gebet taucht in der Varhad Arnayak Upanischade auf: „Führe uns von der Unwahrheit zur Wahrheit, von der Dunkelheit zum Licht, und vom Tod zur Unsterblichkeit.“ Wenn der Blick des Ergebenen von äußeren Dingen abgewendet ist, beginnt er zu fühlen, dass alle weltlichen Vergnügungen unwirklich sind. Er erfährt das unendliche und ewige Sein, und die weltlichen Vergnügungen scheinen flüchtig und vergänglich zu sein. Deshalb hält er es für wertlos, um weltliche Wohltaten zu bitten.

Um was sollte ich bitten? Alles ist vergänglich.

Kabir, Dhanasri 692

Die ganze Welt ist damit beschäftigt, zu essen, zu trinken und sich zu vergnügen, aber ein Ergebener hat keine Vorliebe für (diese) oder Interesse an diesen Aktivitäten. Er kümmert sich nur um die wesentlichen Bedürfnisse des Körpers und verbringt den Rest der Zeit in Gemeinschaft mit dem Herrn. Er betet: ,O Herr! Nimm mich aus dem Ozean dieser Welt heraus. Du bist meine einzige Zuflucht.ʽ Viele Leben wurden damit verbracht, zu essen, zu trinken und sich zu vergnügen.

Nimm mich aus dem Ozean dieser Welt. O Herr, Nanak verlässt sich auf Dich.

Gauri M, 261

In Übereinstimmung mit den Lehren der Gurus kümmert sich der Ergebene nur um den Körper, damit der Herr in seinem Herzen wohnen und seine Zunge Seinen Namen wiederholen kann.

Mögen die Heiligen Füße des Herrn in meinem Herzen wohnen, und möge meine Zunge den Namen des Herrn wiederholen, o Nanak. Gedenke des Herrn, Welcher den Körper bewahrt.

Bihagara War M5, 554

Er ist sich seiner Unwissenheit auf diesem Pfad bewusst, und um seine Schwächen wissend, streckt er seine Hände im Gebet um Hilfe aus.

O Herr, nimm mich hinüber; ich bin unwissend und kenne den Weg nicht. Hilf mir, o Herr!

Nam Dev, Guru, 873

So wie sich die Innere Sicht des Schülers ändert, so ändert sich auch sein Gebet. Am Anfang ist er sich des Körpers und der körperlichen Bedürfnisse bewusst. Er hält es für notwendig, für sie zu beten. Aber sobald seine Inneren Augen geöffnet werden, beginnt er die Spirituellen Bedürfnisse zu empfinden, und seine Gebete verändern sich. Er weiß, dass er die Sinne und das Gemüt kontrollieren muss, um die Spirituellen Regionen und die ursprüngliche Heimat der Seele zu erreichen. Dies ist keine leichte Aufgabe. Die Eindrücke vieler Geburten sind im Gemüt und seine Neigungen basieren darauf. Er kann seine alten Wege nicht aufgeben. Manchmal wendet er sich der Spirituellen Suche zu, während er zu anderen Zeiten von den Bedürfnissen des Selbst und des Körpers in die andere Richtung gezogen wird. Manchmal gelingt es ihm, während er zu anderen Zeiten nachgibt. Sein Herz ist nicht in der Welt oder bei ihrem Reichtum, aber das Gemüt kann noch nicht die gesamte Zeit im Herrn verankert bleiben. Er fühlt, dass er voller Sünden ist, während die Menschen ihn gleichzeitig gut nennen.

O Farid! Meine Kleidung ist schwarz und mein Gewand ist schwarz. Ich bin voller Sünden, aber die Leute nennen mich einen Derwisch.

Farid, Salok, 1381

Der Ergebene wird dieses unvermeidlichen Konflikts müde und möchte ihn aufgeben. Er gibt ihn für einige Zeit auf, aber die Liebe des Herrn lässt ihn nicht umherwandern. Die Wellen der Hoffnung steigen in ihm auf, und er wendet sich Ihm wieder zu.

Der, welcher beim Gehen fällt, ist nicht zu tadeln; o Kabir! Der, welcher sich nicht bewegt, hat den gesamten Weg vor sich.

Kabir Sahib

Wenn nicht alle zehn Sinne kontrolliert werden und das Gemüt nach Innen gewendet ist, gibt es kein Licht in der Seele.

Wer die zehn Sinne kontrolliert, in dessen Seele gibt es Licht.

Gauri M, 236

Die Krankheiten des Gemüts sind sehr gefährlich, aber sie erscheinen dem Ergebenen sehr süß. Man kann sie nicht aufgeben, auch wenn man ihrer überdrüssig sein mag. Ein lüsterner Mensch kann die Lust nicht einfach aufgeben, auch wenn er ihre schlechten Folgen kennt. Um diese Krankheiten zu überwinden, braucht er die Hilfe und Kraft einer mächtigen Persönlichkeit wie des Meisters.

Kontrolliere das Gemüt durch die Kraft des Meisters.

Sar Bachan

Um den Sieg über das Gemüt zu erringen, ist die Hilfe des Meisters sehr notwendig. Durch die Kraft des Meisters erwacht das Gemüt, welches in der Verhaftung und in Maya verstrickt ist.

Erwecke dein schlafendes Gemüt, indem du dich an den Meister erinnerst.

Suhi M4, 758

Maulana Rumi sagt ebenfalls, dass das Gemüt nicht kontrolliert werden kann ohne die Hilfe des Meisters.

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Fußnote: